Der OKR-Ansatz (Objectives and Key Results) ist ein Framework zur Zielsetzung, das von Unternehmen wie Google, Intel und vielen Start-ups genutzt wird. Es basiert auf zwei Kernkomponenten:
Der OKR-Ansatz unterstützt stark die Delegation von Verantwortung anstelle der reinen Delegation von Aufgaben, da er Ergebnisse statt Tätigkeiten in den Fokus rückt.
Die Unterscheidung zwischen Delegation von Aufgaben und Delegation von Verantwortung findet sich direkt im OKR-Ansatz wieder:
Merkmal
Delegation von Aufgaben
Delegation von Verantwortung
OKR-Bezug
Fokus: Tätigkeiten, Prozesse - Ergebnisse, Wirkung - KR = Key Results
Autonomie: Gering – Vorgegebene SchritteHoch – Selbstbestimmung - O = Objective
Messbarkeit: Erfüllung einzelner Aufgaben - Erreichen eines Zielzustands - KR als Erfolgsmessung
Kontrolle: Mikromanagement, enge Überwachung - Ergebnisorientierte Kontrolle - Regelmäßige Check-ins, aber kein Mikromanagement
Lernpotenzial: Gering – keine Eigenverantwortung -Hoch – Entwickelt Problemlösungskompetenz - Reflektionszyklus bei OKRs
Motivationseffekt: Gering – Mitarbeitende fühlen sich als Erfüllungsgehilfen - Hoch – Mitarbeitende empfinden Sinn - OKRs als Treiber von intrinsischer Motivation
Schlüsselerkenntnis: OKRs basieren auf der Delegation von Verantwortung, weil sie Mitarbeitende ermutigen, selbstständig an ambitionierten Zielen zu arbeiten und sich nicht nur auf das Abarbeiten einzelner Aufgaben zu konzentrieren.
OKRs helfen Führungskräften, von einem Task-basierten Management hin zu einem Outcome-orientierten Führungsstil zu wechseln.
Schlecht: Ein Teamleiter sagt zu einer Marketing-Mitarbeiterin:
„Schreibe 10 Blogartikel über unser neues Produkt.“
Das ist eine klassische Aufgabendelegation. Es wird nicht gefragt, ob dies wirklich das Ziel unterstützt.
Gut: Ein Teamleiter definiert ein OKR mit dem Team:
Hier wird das Ziel definiert, aber der Weg dorthin wird den Mitarbeitenden überlassen. Sie haben die Verantwortung, die besten Maßnahmen zu entwickeln.
Der OKR-Zyklus passt perfekt zur Delegation von Verantwortung, weil er Mitarbeitenden Freiheit in der Umsetzung gibt, aber gleichzeitig klare Ziele und Messgrößen setzt.
Ergebnis: OKRs ermöglichen es, dass Mitarbeitende nicht nur arbeiten, sondern auch mitdenken. Sie übernehmen Verantwortung, weil sie die Freiheit und das Vertrauen bekommen, den besten Weg zur Zielerreichung zu finden.
Der OKR-Ansatz verstärkt die Prinzipien der Seven Habits von Stephen R. Covey:
Covey-Habit
Verbindung zu OKR
Habit 1: Be Proactive: Mitarbeitende übernehmen Verantwortung für ihre OKRs, statt nur auf Anweisungen zu warten.
Habit 2: Begin with the End in Mind: OKRs zwingen dazu, immer mit dem gewünschten Ergebnis zu starten, statt Aufgaben einfach „abzuhaken“.
Habit 3: Put First Things First: OKRs priorisieren das Wesentliche und helfen, sich nicht in unwichtigen Aufgaben zu verlieren.
Habit 4: Think Win-Win: OKRs fördern Zusammenarbeit über Abteilungen hinweg und verhindern Silodenken.
Habit 5: Seek First to Understand, Then to Be Understood: Führungskräfte hören zu und lassen Teams eigenständig Lösungen finden, statt nur Anweisungen zu geben.
Habit 6: Synergize: Teams arbeiten an gemeinsamen OKRs, was Synergien fördert und innovative Lösungen schafft.
Habit 7: Sharpen the Saw: OKRs sind iterativ – man reflektiert, lernt aus Fehlern und verbessert sich kontinuierlich.
Schlussgedanke:
Wer nur Aufgaben delegiert, bekommt Mitarbeitende, die tun, was ihnen gesagt wird.
Wer Verantwortung delegiert, entwickelt Mitarbeitende, die mitdenken, gestalten und das Unternehmen voranbringen.
OKRs sind dabei das perfekte Instrument, um Verantwortung messbar und steuerbar zu machen – ohne die Kreativität und Eigeninitiative der Teams zu beschränken.